Gasthaus “Zum Deutschen Eck”

 

Ort:

Galerie Zagreus, Berlinv

Zeit:

Mai – Juli 2011

 

 

Installation eines kompletten Gasthauses mit wechselnden Vier-Gang-Menüs

 

Mitten in Berlin baute Pfelder das Gasthaus „Zum Deutschen Eck“. Eine Gaststätte mit rustikaler Fachwerkfassade, Stammtisch, Store-Gardinen und deutschem Bier. Doch aus der Gasthausküche riecht man Düfte aus aller Welt. Der ehemalige deutsche Wirt ist verschwunden. Dafür haben in Berlin lebende Künstler mit „Migrationshintergrund“ die Küche und somit die Menügestaltung übernommen.

 

Ausgangspunkt für Pfelders Installation war eine Annonce mit folgender Objektbeschreibung im Internet:

 

„Gaststätte "Zum deutschen Eck" - gut eingeführt, rustikal - modern komplett eingerichtet (auch Thai - Karaoke-Nutzung möglich) mit Sparklubfrequentation und guter Möglichkeit zum Dartspielen. Die Gesamtfläche beläuft sich auf insgesamt 110 qm. Es sind ca. 40 Sitzplätze an Tischen und ca. 20 Plätze an der interessant geschnittenen Theke mit Barhockern vorhanden. Dazu ein Bier- und ein Vorratskeller. Die Gaststätte ist brauerei- und automatenfrei. Die Übergabe erfolgt frisch renoviert, mit komplettem Inventar und in technisch einwandfreiem Zustand.“

 

Diese bieder-deutsche Gaststätte hat Pfelder als raumfüllende Installation in der Galerie Zagreus nachgebaut. Pfelder hat seine internationalen Berliner Künstlerkollegen eingeladen, für das Projekt persönliche Lieblingsspeisen aus ihrem jeweiligen „Migrationshintergrund“ zusammen-zustellen. Die Besucher im Gasthaus „Zum Deutschen Eck“ erwartete das Feinste und Beste aus der internationalen Küche von Spanien bis Kroatien, von Norwegen bis Italien und von Kolumbien bis Japan, zusammengestellt zu exklusiven Vier-Gang-Menüs.

 

Mit seinem Projekt Gasthaus „Zum Deutschen Eck“ reagiert Pfelder auf die in Deutschland immer noch anhaltende Migrationsdebatte und zeigt auf seine hintergründig-ironische Art, dass Migration erstens positiv und zweitens längst aufs Angenehmste in Deutschland angekommen ist.

 

Die internationalen aber based in berlin Künstler, die Lieblings-Rezepte aus ihrem Migrationshintergrund beigesteuert haben: Heather Allen, England - Daniel Khafif, Syrien - Dogan Dogan, Türkei - Pierre Granoux, Frankreich - Margareta Kern, Kroatien - Salah Saouli, Libanon - Maria Linares, Kolumbien - Øyvind Renberg, Norwegen - Thomas Henriksson, Schweden - Lise Harlev, Dänemark - Antonio Catelani, Italien - Simone Zaugg, Schweiz - Jannis Chavakis, Griechenland - Rosa Mesa, Spanien - Monika Csoepi, Ungarn - Hiroko Tanahashi, Japan - Nika Bakhia, Georgien