Brück von hinten

 

Ort:

Straße des Friedens 113, Brück in Brandenburg

Zeit:

September – Oktober 2011

 

 

Installation für das internationale Kunstprojekt AN DEN SCHWELLEN VON BRÜCK.

 

Veranstalter: Kunstpflug e.V.Kuratoren: Christian Skovberg-Jensen, Timo Soppela, Susken Rosenthal

 

Das ca. eine Stunde außerhalb von Berlin liegende Städtchen Brück ist ein klassisches Straßendorf. Das Grundstück in der Strasse des Friedens Nr. 113 ist die einzige Lücke in der geschlossenen Häuserreihe entlang beider Straßenseiten in Brück. Es ist nicht abgezäunt, ca. 18 m breit und 150 m lang.

 

Mich interessiert dieses freie Grundstück als Lücke in Brück, also als Zwischen-Raum und dem ihm inneliegenden Potential. Mich interessiert aber vor allem auch der Weg über dieses Grundstück nach hinten zum kleinen Sandweg, der dann einen Blick von hinten auf Brück erlaubt, den sonst kaum einer kennt. Man gelangt sonst nicht hinter die geschlossenen Häuserfassaden und weiß nichts von den langen schönen Gärten dahinter.

 

Die Vorderfront des Garten ist mit einer Gardine zugehängt. Die Besucher können durch diese Gardine hindurchtreten und kommen so in das verborgen dahinterliegende Private, in den Garten. Dort befinden sich zwei 100 m lange Wäscheleinen, die einen Gang durch den Garten markieren und an denen Bettlaken und Bezüge hängen. Auf diesen Laken findet der Besucher  Fotos von 36 Brücker Gärten aus der Strasse des Friedens. 36 Einblicke in das Private, in das hinter den Fassaden stattfindende Leben im versteckten Garten.

 

Die Besucher können nach ihrem Gang durch den Garten den kleinen Weg an der Rückseite von Brück entlang zurückspazieren. Hier haben sie Einblick in die Gärten und kommen auf diesem Weg auch an diversen Neubauten vorbei, die sonst für den durch Brück Reisenden nicht sichtbar sind.