Bitte hinterlassen Sie diesen Ort so, wie Sie ihn vorzufinden wünschen.

 

Ort:

Kunstverein Tiergarten, Berlin

Zeit:

November 2008 – Januar 2009

 

 

Partizipative Rauminstallation, Kurator Dr. Ralf Hartmann

 

Den dritten Ausstellungsraum des Kunstvereins Tiergarten bestimmt die Rauminstallation »Bitte hinterlassen Sie diesen Ort so, wie Sie ihn vorzufinden wünschen« von Pfelder. Seine künstlerische Haltung und Arbeit zielt darauf ab, bestimmte Räume oder Orte einer adäquaten Neu-, Um- oder überhaupt einer Nutzung zuzuführen, sie neu zu definieren. »Wir müssen uns zeitigen und räumlichen«, ein Zitat aus Franz Xaver Baiers philosophischem Diskurs »Der Raum«, in dem der gelebte Raum auf konkrete Lebensweisen bezogen und als Medium eines Zustandes propagiert wird, könnte als Basislinie für Pfelders künstlerische Arbeit gelten. Dies führt er in der Ausstellung in extremer und radikal weiter gedachter Form aus. Der Galerieraum wird in einen neuen Ort mit einem ebenso neuen Potential transformiert. Pfelder definiert ihn mit minimalsten Eingriffen und öffnet ihn so gleichzeitig für alles nur Erdenkliche. Der große Raum bleibt vollkommen leer bis auf ein kleines, unscheinbares Schild an der hinteren Stirnwand, auf dem zu lesen ist: Bitte hinterlassen Sie diesen Ort so, wie Sie ihn vorzufinden wünschen. Als weitere Intervention Pfelders findet sich eine an der Längswand montierte Standard-Industrieuhr mit säurebeständigem und schlagfestem Gehäuse für aggressive Umgebungen, die augenscheinlich eine andere Zeit anzeigt, als unsere momentane Uhrzeit. Die Aufforderung, den Raum so zu hinterlassen, wie der Besucher ihn vorzufinden wünscht, ist ernst gemeint.